Der Pfarrer nicht auf der Kanzel, sondern im Kreuzverhör?
Gospels und Pop statt alter Choräle?
"Gottesdienst mal anders", "Kirche mal anders", "Thomasmesse", "Go special" - so heißen neue Gottesdienstkonzepte, mit denen Kirchengemeinden auch diejenigen in die Kirche einladen, die die klassischen Sonntagsgottesdienste unattraktiv oder sogar langweilig finden.
"Andere" Gottesdienste verstehen sich nicht als Konkurrenz zur Sonntagmorgenkirche, sondern als Angebot an alle, die Kirche - vielleicht nach Jahren der Pause - wieder mal ausprobieren und neu einsteigen wollen. Die Vorbereitung machen Pfarrerin oder Pfarrer nicht allein am Schreibtisch - engagierte Teams in den Gemeinden planen diese Gottesdienste, üben Theater ein, suchen Lieder aus und diskutierten über das beste Thema.
"Alles, außer gewöhnlich" heißt etwa das Motto der Jügesheimer Emmausgemeinde, die einmal im Monat einen anderen Gottesdienst auf die Beine stellt. Neue Wege in dieser Richtung geht auch viele andere Gemeinden in allen Teilen des Dekanats Rodgau.
Gemeinsam haben sie eines: Sie orientieren sich nicht an Liturgien oder Gottesdiensttraditionen, sondern versuchen, mit neuen Elementen Themen aufzugreifen, die die Menschen in der Region bewegen - egal, ob Kirchgänger oder nicht.
Sie zeigen, dass christlicher Glaube und Bibel modern und voller aktueller Lebensbezüge sind, wenn man nur ein bisschen genauer hinschaut und ein wenig um die Ecke denkt.
Da werden Pfarrer zu Interviewern oder Interviewten, Pantomime, Kabarett oder Theater führen ins Thema ein, die Predigt kommt nicht von der Kanzel, sondern vom Bistrotisch. Und die Gemeinde darf nicht nur zum Singen den Mund aufmachen: "Nachgefragt" oder "Kreuzverhör" vertiefen das Gehörte, lassen keine offenen Fragen im Raum stehen.
Die aktuellen Gottesdienste "außer der Reihe" finden Sie in unserem Gottesdienst-Kalender.