Evangelisch rund um den Rodgau

DSV-Bulletin von Montag, 17. Januar 2011


Mit dem Thema „Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung“ befasste sich der Synodalvorstand des Evangelischen Dekanats Rodgau in seiner Sitzung am Montag, 17. Januar. Das Leitungsgremium des Dekanats beschloss in diesem Zusammenhang als ersten Schritt hin zu einem umfassenden Kinderschutzkonzept einen Aufgabenkatalog, den eine Projektgruppe um Dekan Carsten Tag, Heidemarie Ernst (Evangelische Familienbildung) und Dekanatsjugendreferent Boris Graupner im Vorfeld erarbeitet hatte. Gleichzeitig wurde die Projektgruppe, in der auch Mitarbeitende der Evangelischen Familienbildung und des Gemeindepädagogischen Dienstes vertreten sind, mit der Weiterarbeit beauftragt.

Das gesamte Maßnahmenpaket soll für bestmöglichen Schutz von Kindern und Jugendlichen sorgen, die an Veranstaltungen und Angeboten der Evangelischen Kirche teilnehmen oder eine evangelische Einrichtung besuchen. Ferner geht es dem Synodalvorstand darum, kirchliche Einrichtungen und Dienste als „Schutzräume“ zu etablieren, in denen sich Betroffene und Angehörige konkreten Ansprechpartnern anvertrauen können. Zum Dritten soll das neue Kindeswohlkonzept auch die Kirche als Institution sowie die ihr anvertrauten Menschen vor dem Zugriff potenzieller Täter schützen und Beteiligten konkrete Handlungsanweisungen an die Hand geben, wie in Gefahr- oder Verdachtssituationen zu verfahren ist, wer von wem informiert wird etc.

Zu den bereits vereinbarten Einzelmaßnahmen gehören:

  • die Erhebung bereits bestehender Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Gemeinden und Einrichtungen im Bereich des Evangelischen Dekanats Rodgau
  • die Berufung von zwei Kinderschutzbeauftragten, die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden ebenso wie möglicherweise Betroffenen oder Angehörigen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen
  • die Veröffentlichung aller relevanter Informationen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen (Ansprechpartner, Fortbildungsangebote etc.) auf den Internetseiten des Dekanats sowie in weiteren geeigneten Medien
  • die Benennung eines Krisen-Teams (Dekan, Dekanatspräses, Jugendreferent, Fachstelle Öffentlichkeitsarbeit, Hauptverantwortlicher aus Gemeinde oder Arbeitsfeld), das in Absprache mit allen relevanten Beteiligten (Betroffene, Landeskirche, ggf. Kirchengemeinde etc.) im Verdachtsfall umgehend alle erforderlichen Schritte zum Schutz der Betroffenen, zur Verfolgung etwaiger Straftaten etc. einleitet.
  • die Erarbeitung eines Notfallplans, eines Leitbildes und eines Verhaltenskodex
    • eine Dienstvereinbarung mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinsichtlich des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor Übergriffen
  • die Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses bei allen Neueinstellungen in Arbeitsfeldern, in denen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen besteht.
  • die Sensibilisierung für das Thema mit Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für Haupt- und Ehrenamtliche  sowie die Erweiterung der JULEICA-Ausbildung um das Thema „Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung“

Frühjahrssynode im Zeichen von Wahlen

Wahlen stehen im Mittelpunkt bei der Frühjahrstagung der VIII. Synode des Evangelischen Dekanats Rodgau am Samstag, 19. Februar, in Dietzenbach. Der DSV beschloss nun die endgültige Tagesordnung. Für das Amt der Dekanatspräses kandidiert DSV-Mitglied Elke Tomala-Brümmer (Rodgau). Als Bewerber um den derzeit vakanten Sitz im Dekanatssynodalvorstand konnte Markus Domschke (Rödermark) gewonnen werden.

Dekan Tag im Studienurlaub

In der Zeit von Februar bis einschließlich April 2011 befindet sich Dekan Carsten Tag im Studienurlaub. Seine Vertretung übernimmt die stellvertretende Dekanin, Pfarrerin Leonie Krauß-Buck (Seligenstadt/Mainhausen).