Evangelisch rund um den Rodgau
Pfarrer Martin Franke

Ökumene-Beauftrager des Evangelischen Dekanats Rodgau

Wiesenstraße 17
63533 Mainhausen

Telefon (0 61 82) 96 07 626
martin.franke@seligenstadt-evangelisch.de

Ökumene im Evangelischen Dekanat Rodgau

Dem Handlungsfeld „Ökumene“ kommt im Dekanat Rodgau eine besondere Bedeutung zu, im Dialog von evangelischer und katholischer Kirche ebenso wie im Kontakt mit anderen Religionen:

Evangelisch im katholischen Umfeld

Mit Ausnahme der Stadt Dietzenbach und des Rodgauer Stadtteils Dudenhofen, die protestantisch geprägt sind, leben die Evangelischen im Mittel- und Ostkreis Offenbach sowie in den Hanauer Stadtteilen Klein-Auheim und Steinheim in einem traditionell katholischen Umfeld.

Das hat Auswirkungen sowohl auf die eigene Gemeindearbeit als auch auf das Zusammenwirken der katholischen und evangelischen Schwestergemeinden vor Ort. Die Beispiele, die wir Ihnen hier vorstellen, zeigen, dass die Ökumene vor Ort lebendig wird und eine Bereicherung für das Zusammenleben aller ist, wenn der Dialog miteinander auf Augenhöhe stattfindet und in vielen gemeinsamen Projekten praktisch umgesetzt und erfahrbar wird.

Karitatives und diakonisches Engagement, gemeinsame Bildungsreihen und Eine-Welt-Arbeit, die Zusammenarbeit in Angeboten für Kinder und Jugendliche oder ökumenische Gottesdienste sind in vielen Kommunen nicht mehr wegzudenken.

Im Dialog mit den Muslimen

Im Ballungsraum Rhein-Main ist es eine Selbstverständlichkeit, mit Menschen anderer Glaubensüberzeugungen nachbarschaftlich zusammenzuleben. Im Dialog mit anderen Religionen - vor allem mit den zahlreichen muslimischen Moscheegemeinden - sind ebenfalls schon viele Anfänge gemacht.

Es geht für alle Beteiligten am Dialog zunächst darum, mehr voneinander zu erfahren, Sitten und Gebräuche und ihren Sinn kennen zu lernen. Das fördert das Verständnis für- und den Umgang miteinander. Aufgabe von Christinnen und Christen aller Konfessionen ist es, den Respekt vor den Glaubensüberzeugungen anderer vorzuleben, sich für Toleranz und Gleichberechtigung einzusetzen und auch das Fremde zu Wort kommen zu lassen - etwa in der Diskussion um den Bau von Moscheen. Das fördert auch das Bewusstsein für den eigenen Glauben.

Gemeinsame Wurzeln: Juden und Christen in Deutschland

Zur ökumenischen Arbeit gehört schließlich auch das Wachhalten und Erinnern an die gemeinsamen Wurzeln von Judentum und Christentum - und an die Gräuel der Verfolgung von Menschen jüdischen Glaubens während des Nazi-Terrors, an der auch Teile der Kirchen in Deutschland beteiligt waren.

Die Evangelische Kirche ist sich ihrer Glaubenswurzeln bewusst und sieht es als ihre vordringliche Aufgabe an, einen partnerschaftlichen Kontakt zur Jüdischen Gemeinde in Deutschland zu halten, vor Ort an jüdisches Leben zu erinnern und am Gedenken der Opfer des Holocaust festzuhalten.

So setzen sich Gemeinden für die Verlegung von Stolpersteinen vor den Wohnungen ehemaliger jüdischer Mitbürger, die Opfer des Nazi-Regimes wurden, durch den Künstler Günter Demnig ein, erinnern mit Gedenkveranstaltungen an die Reichspogromnacht oder initiieren den christlich-jüdischen Dialog vor Ort.